Junge Menschen in offener beruflicher Bildung

Ein Schritt in Richtung Zukunft
25.01.12

Maler oder Landschaftsbauer? Die Möglichkeiten bei der JobB sind vielseitig und bieten jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz einen guten Einstieg in die Arbeitswelt.

„JobB? – was soll das denn sein?“, fragen wir uns, bevor wir zum Jugendaufbauwerk nach Lensahn fahren. Wir, das ist die achte Klasse der Jacob-Lienau-Schule aus Neustadt.Bei unserem Besuch werden wir aufgeklärt. Sozialpädagoge Matthias Koch erzählt uns, dass Jugendliche, die nach der Schule keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden haben, hier die Möglichkeit erhalten, eine Lehre zu machen. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein bildet die „Junge Menschen in offener beruflicher Bildung GmbH“ (JobB) aus.

An dem Standort in Lensahn werden den Schulabgängern in unterschiedlichen Werkstätten Berufsvorbereitungen, außerbetriebliche Berufsausbildungen, ausbildungsbegleitende Hilfen und Projekte zur Unterstützung beim Berufseinstieg angeboten. Wir starten einen Rundgang: Die Gruppe „Garten und Landschaftsbau“ ist zurzeit in einer großen Halle mit Rasenmähern und anderen Geräten beschäftigt. Wir fragen Alexander Karpinski: „Ist der Bereich Gartenbau sehr gefragt?“ „Ja“, sagt der Ausbilder, „daher sind Erfahrungen von Vorteil.“ Was er über den Beruf erzählt, klingt interessant. „Acht Jugendliche können hier unterwiesen werden“, sagt Karpinkski. „Auch junge Menschen mit Handicap sind willkommen.“

Die Halle der Gruppe „Maler und Lackierer“ ist sehr bunt und mit selbstgemachten Bildern geschmückt. Die Auszubildende Melanie Bornholdt beantwortet bereitwillig alle Fragen. „Welche besonderen Fähigkeiten braucht man als Bau- und Metallmaler?“, wollen wir wissen. „Eine ruhige Hand, sehr viel Geschick und Kreativität“, antwortet Melanie Bornholdt. Sie erzählt, dass außerdem mindestens ein Förderschulabschluss benötigt wird.

Weiter geht es zur Gruppe „Handel und Lager“. Gruppenleiter Jan-Christoph Schmidt klärt uns über die Tätigkeiten in dem Berufsfeld auf: „Zu den Aufgaben gehört es, Regale aufzufüllen, die Kasse zu bedienen und in Supermärkten als Einkaufshelfer zu arbeiten.“ Uns interessiert, wie viel Gehalt man im Monat bekommt. „Der Nettoverdienst liegt bei etwa 800 bis 1000 Euro.“

Pünktlich zur Mittagszeit besuchen wir als letztes noch die Hauswirtschaftsgruppe. Hier dürfen wir die selbstgemachte Pizza verspeisen. Dank der freundlichen, offenen Mitarbeiter und Azubis fahren wir mit vielen neuen Eindrücken nach Hause.

Von der Klasse 8b der Jacob-Lienau-Schule, Neustadt in Holstein

(aus: Lübecker Nachrichten, 25.01.2012)